web analytics

Ja, die Gasblasenkrankheit gibt es tatsächlich.

Nein, die Gasblasenkrankheit kann in normalen privaten Aquarien nicht auftreten.


Gasblasenkrankheit

Wenn man sich über Fischkrankheiten informiert, stößt man früher oder später auf die so genannte Gasblasenkrankheit. Das Internet ist voller undifferenzierter Gerüchte und Vermutungen darüber. Die beim Wasserwechsel fallweise entstehenden Gasbläschen werden gerne damit in Verbindung gebracht.
Gasblasenkrankheit ist eigentlich keine Krankheit, sondern ein physikalisches Phänomen. Deshalb bleiben auch Medikamente wirkungslos. Infolge Gasübersättigung im Wasser bilden sich Gasblasen im Fischkörper.
Als Gasblasenkrankheit werden folgende Symptome beschrieben: Bildung von Blasen oder Blutungen in Flossen, Augen, Maul und auf dem Kopf. In weiterer Folge kann es zur Blasenbildung im Blut der Organismen kommen. Die Gasblasen können feine Blutgefäße blockieren. Die Blutzirkulation durch die Kiemen kann dadurch unterbrochen werden und die Fische ersticken. Das einzige äußerliche Symptom dabei ist häufig das weit geöffnete Maul und abgespreizte Kiemendeckel.

Auch in der seriösen Literatur wird die Gasblasenkrankheit erwähnt, in den Fachbereichen Seenforschung oder auch Fischzucht und Fischerei.
Gasblasenkrankheit kann nur entstehen, wenn das Wasser mit Gas übersättigt ist gegenüber dem Sättigungsgleichgewicht zur Luft. Wesentliche Parameter sind der Grad der Übersättigung und die Einwirkdauer.

Gasblasenkrankheit kann nur entstehen, wenn das Wasser mit Gas übersättigt ist gegenüber dem Sättigungsgleichgewicht zur Luft. Wesentliche Parameter sind der Grad der Übersättigung und die Einwirkdauer. Die ertragbare Übersättigung hängt von der Fischart ab und vom jeweiligen Gas. Stickstoff scheint schädlicher zu sein als Sauerstoff, wobei aber Wechselwirkungen bestehen. Die Einwirkdauer wird in der Literatur, wenn überhaupt, nur sehr nebensächlich abgehandelt. Klar, eine technische Fischzuchtanlage läuft durch und alle paar Tage/Wochen werden die Ausfälle gezählt, egal wann die ersten Symptome auftreten.
Eine der wenigen differenzierten Arbeiten zu dem Thema ist „Zur Ätiologie der Gasblasenkrankheit der Fische von Warmbad Villach“ von Dr. Erika Reithofer-Jandl vom zoologischen Institut der Universität Graz.

Gefunden auf:  http://www.landesmuseum.at/pdf_frei_remote/CAR_154_74_0068-0093.pdf

Für die praktische Aquaristik interessant ist die nachgewiesene lange Einwirkdauer. Demnach müssen sich die Tiere ca. 4 Wochen(!) in stark gashaltigem Wasser aufhalten, damit sich die Symptome bilden (S. 78). Leichter Auftrieb als erstes Symptom tritt nach 3 Tagen auf (S.83). Die so beschriebenen Voraussetzungen für das Auftreten der GBK sind in der üblichen privaten Aquaristik in keiner Weise gegeben.

Die beim Wasserwechsel gelegentlich auftretenden Gasbläschen verschwinden erfahrungsgemäß nach 2-3 Stunden. Die beschriebenen 3 Tage bis zu den ersten Symptomen werden damit bei weitem nicht erreicht.


Zuletzt bearbeitet:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere